Das Trailrunning-Festival 3 kings 3 hills in Haidmühle ist kein klassischer Volkslauf, sondern ein anspruchsvoller Start in echtes Mittelgebirge: steile Anstiege, technische Downhills, Grenzpfade und ein Rahmenprogramm mit Festivalcharakter. Wer wissen will, welche Distanz sinnvoll ist, wie hart die Strecke wirklich ist und worauf man bei Ausrüstung, Cut-offs und Planung achten muss, bekommt hier die praktische Einordnung.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- Das Event findet am 24. und 25. Juli 2026 in Haidmühle im Dreiländereck Deutschland, Österreich, Tschechien statt.
- Der Charakter ist klar trailrunning-orientiert, mit technischem Gelände, vielen Höhenmetern und strikten Regeln.
- Es gibt sieben Distanzen von 6 km bis 167 km, also sowohl Einsteiger- als auch Ultra-Formate.
- Für längere Strecken sind Pflichtausrüstung, GPX-Navigation und saubere Verpflegungsplanung entscheidend.
- Für Wanderer ist das Event eher dann spannend, wenn sie die Atmosphäre erleben oder eine kurze Strecke realistisch einschätzen.
Was hinter dem Event steckt
3KINGS ist in erster Linie ein Trailrunning-Festival, kein gemütlicher Bergspaziergang mit Startnummer. Der Reiz liegt genau in dieser Mischung aus sportlicher Härte und besonderer Kulisse: Bayerischer Wald, Böhmerwald, Dreisesselgebiet, alte Grenzpfade und ein Gelände, das ständig zwischen laufbar, ruppig und richtig technisch wechselt. Der Veranstalter nennt für 2026 sieben Strecken - von der kurzen Einstiegsdistanz bis zum langen Ultra.
Für mich ist das Event vor allem deshalb interessant, weil es Trailrunning so zeigt, wie es in Mitteleuropa oft wirklich ist: nicht hochalpin, aber auch nie banal. Wer hier startet, muss nicht nur Kondition mitbringen, sondern auch Trittsicherheit, Orientierung und die Bereitschaft, das eigene Tempo bergauf und bergab sauber zu steuern. Genau das macht den Unterschied zwischen einem kontrollierten Rennen und einem chaotischen Tag im Gelände. Und genau deshalb lohnt es sich, die Distanzen nicht nur nach Kilometern zu lesen.
Wer diese Grundidee versteht, wählt die Strecke deutlich klüger. Im nächsten Schritt geht es deshalb darum, welche Distanz zu welchem Läufertyp passt.

Welche Distanz zu welchem Läufertyp passt
Ich würde die Strecken hier nicht nach Prestige lesen, sondern nach Belastbarkeit. Die Unterschiede liegen nicht nur in der Länge, sondern vor allem im Verhältnis von Höhenmetern, technischer Schwierigkeit und Renndauer.
| Distanz | Höhenmeter | Charakter | Sinnvoll für |
|---|---|---|---|
| 167 km | 5.430 Hm | Königsdisziplin mit Nacht- und Ausdaueranteil | Erfahrene Ultraläufer mit sehr stabiler Verpflegungs- und Kopfstrategie |
| 118 km | 3.850 Hm | Langer Ultra mit viel technischem Untergrund | Läufer, die lange Bergläufe bereits kennen und Navigation unter Müdigkeit beherrschen |
| 54 km | 2.300 Hm | Anspruchsvoller Ultra für robuste Trailrunner | Ambitionierte Athleten mit guter Bergausdauer |
| 40 km | 1.650 Hm | Marathon-plus mit echtem Trailcharakter | Starke Läufer, die bergiges Gelände gewohnt sind |
| 25 km | 820 Hm | Sehr guter Einstieg ins technische Trailrunning | Trainierte Läufer, die Bergpfade ernst nehmen |
| 14 km | 490 Hm | Kurz, aber keineswegs flach | Einsteiger mit Laufgrundlage und Lust auf Gelände |
| 6 km | 40 Hm | Kompakte, leicht zugänglichere Runde | Kurzeinstieg oder sehr kontrollierter erster Start im Trailbereich |
Wenn du aus dem Wandern kommst, ist die Versuchung groß, die kurzen Läufe zu unterschätzen. Gerade 14 oder 25 Kilometer können auf schmalen, wurzeligen Wegen härter wirken als ein längerer, aber laufbarer Kurs. Ich würde deshalb immer eher eine Distanz mit Reserve wählen als eine, die nur auf dem Papier gut aussieht. Die Strecke selbst entscheidet nämlich oft mehr als der reine Kilometerwert.
Und genau dort wird das Event spannend: Die Landschaft ist schön, aber sie bleibt ein echter Prüfstein. Darum lohnt sich der Blick auf das Gelände, bevor du auf den Startknopf drückst.
Wie sich die Strecke wirklich anfühlt
Die Route führt über Wanderwege, Steige, Forstwege und teils auch öffentliche Straßen. Das klingt zunächst harmlos, wird im Gelände aber schnell ernst: steile Rampen, steinige Passagen, Wurzeln, kurze ausgesetzte Stellen und Abfahrten, bei denen man nicht einfach „laufen lässt“. Besonders die Grenzsteige rund um Dreisessel, Spicak und das Steinerne Meer geben dem Rennen seinen Charakter. Dazu kommt das historische Grenzgebiet, das dem Lauf eine ungewöhnliche Atmosphäre gibt, ohne ihn weichzuzeichnen.
Wichtig ist auch die Orientierung. Die Strecke ist markiert, aber nicht so, dass man sie blind laufen könnte. Bei Regen, Schnee oder Nebel können Markierungen schlechter sichtbar sein. Deshalb gehören GPX-Datei, Uhr oder Smartphone-Navigation und ein wacher Blick für den Kurs hier zur Grundausstattung. Abkürzungen, selbst gewählte Varianten oder das Nichtpassieren von Kontrollstellen sind keine Kleinigkeit, sondern können dich aus der Wertung bringen.
Ich sehe bei solchen Events immer wieder denselben Fehler: Läufer unterschätzen die Downhills. Bergauf merkt man die Müdigkeit schnell, bergab rächt sie sich später oft doppelt. Wer das Gelände hier sauber lesen kann, spart Kräfte, bleibt stabiler und kommt deutlich kontrollierter ins Ziel. Genau deshalb ist Ausrüstung im nächsten Abschnitt kein Detail, sondern Teil der Rennstrategie.
Worauf du bei Ausrüstung und Verpflegung achten musst
Bei 3KINGS wird klar erwartet, dass du selbstständig und vorbereitet antrittst. Für die langen Distanzen ist Pflichtausrüstung vorgeschrieben, und das ist in diesem Gelände auch sinnvoll. Ich würde mich auf folgende Punkte einstellen:
- Trailrunningschuhe mit Profilsohle statt leichter Straßenmodelle
- Laufrucksack mit mindestens 1 Liter Trinkvolumen
- Regen- oder Windjacke, bei den langen Rennen zusätzlich eine Stirnlampe
- Handy mit Notfallnummer und geladener GPX-Strecke auf Uhr oder Smartphone
- Erste-Hilfe-Set mit Pflaster, Wundauflage, Mullbinde und Rettungsdecke
- Krankenversicherungskarte und unterschriebener Haftungsausschluss
- Je nach Wetter Handschuhe und Mütze
Auf den Verpflegungsstellen gibt es Cola, Wasser, Kuchen und Obst, aber keine Selbstbedienung und keine Trinkbecher. Wer dort nur mit Minimalsetup ankommt, verliert Zeit und Nerven. Für die längeren Formate ist außerdem die Tracking-App des Events Teil der Sicherheitslogik. Das ist nicht nur Organisation, sondern schützt dich im Zweifel auch, wenn das Wetter kippt oder ein Abschnitt unübersichtlich wird.
Ein Detail, das viele übersehen: Wenn du mit Stöcken startest, musst du sie auch bis ins Ziel mitführen. Unterwegs nachreichen lassen oder spontan übernehmen geht nicht. Solche Regeln wirken streng, sind in einem technisch anspruchsvollen Rennen aber ziemlich konsequent. Und sie führen direkt zur Frage, wie man sich vernünftig vorbereitet, ohne sich in falsche Sicherheit zu wiegen.
So bereitest du dich sinnvoll auf den Start vor
Ich würde die Vorbereitung auf dieses Rennen in vier Blöcke aufteilen: Höhenmeter, Technik, Verpflegung und Renntaktik. Wer nur Kilometer sammelt, ist hier schnell unterfordert oder falsch vorbereitet. Besonders wichtig ist die Kraft für bergab, weil die exzentrische Belastung der Oberschenkel auf langen Trailpassagen oft mehr wehtut als der Anstieg selbst.
- Trainiere Höhenmeter bewusst. Nicht nur hochlaufen, sondern auch kontrolliert ablaufen und mit müden Beinen sauber bleiben.
- Übe auf technischem Untergrund. Wurzeln, Steine, rutschige Passagen und enge Singletrails sind hier keine Ausnahme.
- Teste deine Verpflegung im Training. Für längere Läufe sind 60 bis 90 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde ein sinnvoller Richtwert, wenn dein Magen das mitmacht.
- Laufe mit Plan, nicht mit Ego. Die ersten Kilometer zu schnell zu machen, ist auf diesem Terrain einer der klassischen Fehler.
Für die kürzeren Strecken reicht vielen eine gezielte Vorbereitung über einige Wochen, solange die Grundform schon da ist. Für 40 Kilometer und mehr würde ich deutlich mehr Puffer einplanen, vor allem wenn du Anstiege und Downhills nicht regelmäßig trainierst. Eine weitere Sache, die oft unterschätzt wird, ist die Wetter- und Nachtkomponente. Gerade auf den langen Formaten kann ein Wetterumschwung den Charakter des Tages komplett verändern.
Wenn du hier gut vorbereitet startest, ist das Rennen nicht leichter, aber deutlich sauberer zu laufen. Und das bringt uns zur Frage, wie du den Renntag selbst organisatorisch klug angehst.
Warum Haidmühle für dieses Rennen so gut funktioniert
Haidmühle ist als Austragungsort kein Zufall, sondern passt sehr genau zu dem, was das Event will: nah an der Grenze, direkt im abwechslungsreichen Mittelgebirge und mit ausreichend rauem Gelände, um Trailrunning nicht zu glätten. Genau diese Lage macht das Rennen attraktiv für ambitionierte Läufer aus Deutschland und den Nachbarländern. Dazu kommt der Festivalcharakter mit Bühne, Zielbereich und After-Trail-Party, also etwas, das man bei vielen reinen Laufveranstaltungen vermisst.
Praktisch würde ich die Anreise nicht auf den letzten Moment schieben. Die Startnummernausgabe läuft am Freitag und Samstag zu festen Zeiten, und die Starts verteilen sich über beide Tage - vom 100-Miles-Start am Freitagmittag bis zu den kürzeren Läufen am Samstagvormittag und -nachmittag. Wenn du vorhast, locker und stressfrei anzukommen, ist ein Tag Puffer fast immer die klügere Lösung. Wer dann noch die Wetterlage prüft, die Pflichtausrüstung wirklich komplettiert und die eigene Verpflegung nicht zu knapp plant, hat schon sehr viel richtig gemacht.
Für mich ist 3KINGS deshalb mehr als nur ein weiterer Termin im Rennkalender: Es ist ein ehrlicher Prüfstein für Trailrunner, die bergiges Gelände ernst nehmen, und ein guter Maßstab dafür, wie weit man im Wettkampf wirklich tragen kann, ohne die Kontrolle zu verlieren. Wenn du zum ersten Mal startest, wähle lieber eine kürzere Distanz mit Reserve; wenn du schon Erfahrung hast, bekommst du hier ein kompromissloses, aber sehr lohnendes Rennen.