Saucony Ride 19 Test - Dein Laufschuh für jeden Tag?

Zwei weiße Laufschuhe, die Saucony Ride 19, mit roten und orangen Akzenten. Perfekt für neutrale Läufer.

Geschrieben von

Heinrich Bertram

Veröffentlicht am

1. März 2026

Inhaltsverzeichnis

Der Saucony Ride 19 ist kein Schaum-Experiment für die Vitrine, sondern ein neutraler Trainingsschuh für konstante Kilometer auf Asphalt und festen Wegen. In der aktuellen Version setzt Saucony stärker auf mehr Dämpfung, ein anpassungsfähigeres Obermaterial und eine ruhigere Abrollbewegung. Genau deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick: Was kann der Schuh wirklich, für wen passt er, und wo sind die Grenzen?

Das Wichtigste zum Ride 19 auf einen Blick

  • Neutraler Daily Trainer: gedacht für lockere Läufe, längere Grundlageneinheiten und Alltagstraining.
  • Technik: PWRRUN+ mit 36/28 mm und 8 mm Sprengung, dazu ein atmungsaktives Mesh-Obermaterial.
  • Gewicht: 255 g in der Herren- und 220 g in der Damenversion, also komfortabel, aber nicht ultraleicht.
  • Passform: Regular und Wide sind verfügbar, was breiteren Füßen entgegenkommt.
  • Preis in Deutschland: aktuell oft 128 € statt 160 € UVP auf der deutschen Saucony-Seite.
  • Einordnung: stark für ruhige bis moderate Läufe, weniger überzeugend für harte Intervalle oder technische Trails.

Weiße Laufschuhe, Saucony Ride 19, mit blauer Sohle und Schnürsenkeln, bereit für die nächste Laufrunde.

So läuft der Ride 19 im Alltag

Ich würde ihn als verlässlichen Kilometer-Sammler beschreiben. Der Schuh zielt klar auf den Laufalltag: lockere 5 bis 15 Kilometer, längere ruhige Einheiten, Pendelstrecken zum Parkrun oder auch ein moderates Tempo-Training, solange du keine maximale Spritzigkeit erwartest.

Wichtig ist die Grenze nach unten wie nach oben. Auf glattem Asphalt, festen Parkwegen und befestigten Schotterwegen fühlt er sich stimmig an. Auf technischen Trails, nassem Wurzelwerk oder matschigen Abfahrten ist er nicht zuhause. Genau das macht ihn für viele Straßenläufer interessant, aber für Trailrunner nur dann sinnvoll, wenn sie einen reinen Straßenschuh für die Rotation suchen.

Die ehrliche Einordnung: Das ist ein Schuh für Beständigkeit, nicht für Effekthascherei. Wer einen unkomplizierten Daily Trainer sucht, findet hier mehr Komfort als Nervosität. Wer ein aggressives Tempogerät erwartet, wird eher woanders glücklich. Bevor man ihn mit anderen Saucony-Modellen vergleicht, lohnt sich der Blick auf das, was technisch tatsächlich neu ist.

Welche Änderungen man beim Laufen wirklich merkt

Der größte Schritt ist die überarbeitete PWRRUN+-Zwischensohle. Saucony setzt sie weicher und reaktionsfreudiger ein als zuvor, ohne den Schuh in Richtung maximaler Highstack zu überdrehen. In der Praxis bedeutet das: mehr Komfort unter dem Fuß, ein geschmeidigeres Abrollen und etwas mehr Reserven für längere Läufe.

Merkmal Was das praktisch bedeutet
PWRRUN+ Zwischensohle mehr Dämpfung und spürbar mehr Rückgabe als beim Vorgänger
36 mm Ferse / 28 mm Vorfuß, 8 mm Sprengung klassische Daily-Trainer-Geometrie mit natürlichem Abrollen
255 g / 220 g solide, aber nicht ultraleicht
Hightech-Mesh und gepolsterter Fersenkragen angenehmer Sitz, mehr Komfort im Alltag
mehr Gummi vorn und Flexrillen bessere Haltbarkeit und flüssigere Abrollbewegung

In einigen Tests wird außerdem beschrieben, dass die Plattform breiter und der Schuh etwas steifer geworden ist. Das klingt erstmal nach einem Widerspruch zum Wort „weich“, ist es aber nicht: Mehr Dämpfung kann den Ride 19 komfortabler machen, während eine stabilere Basis die Kontrolle verbessert. Der Preis dafür ist eine etwas geringere Leichtigkeit bei schnellen Wechseln. Für mich ist das kein Fehler, sondern eine klare Priorisierung. Wer den Vorgänger für seine lebendigere Art mochte, spürt hier die Richtungsänderung deutlich. Wer mehr Ruhe und Unterfußschutz will, bekommt genau das. Als Nächstes zählt die Passform, denn Komfort steht und fällt bei diesem Modell stark mit der richtigen Breite.

Wie Passform und Weite ausfallen

Die deutsche Produktseite führt Regular und Wide, und genau das ist einer der sinnvollsten Punkte beim Kauf. Der Ride 19 ist kein Schuh, den ich blind in irgendeiner Standardweite empfehlen würde. Bei normal schmalen bis durchschnittlichen Füßen dürfte Regular passen. Wer einen breiteren Vorfuß hat, im Mittelfuß schnell Druck bekommt oder bei längeren Läufen spürbar anschwillt, sollte Wide ernsthaft prüfen.

Das Obermaterial aus Mesh gibt etwas nach, bleibt aber strukturiert. Dazu kommt eine gepolsterte Ferse, die den Sitz im Alltag angenehmer macht. Das hilft nicht nur beim Laufen, sondern auch beim Gehen. Für den Stadtlauf, Reisen oder den Weg zur Arbeit ist das ein echter Pluspunkt. Gerade in einem Alltag, in dem man nicht nur läuft, sondern auch viel steht oder unterwegs ist, macht sich diese unaufdringliche Bequemlichkeit bemerkbar.

Mein Rat: Wenn du zwischen zwei Größen schwankst, priorisiere bei diesem Modell die Breite vor der Länge. Ein zu enger Vorfuß nervt hier schneller als ein minimal großzügiger Zehenraum. Danach stellt sich die eigentliche Frage: Für welche Läufe ist der Schuh stark genug, und wo würde ich bewusst zu etwas anderem greifen?

Für welche Läufe er stark ist und wann ich ihn nicht nehmen würde

Der Ride 19 ist am überzeugendsten, wenn das Tempo nicht im Vordergrund steht. Genau dafür wurde er gebaut. Ich würde ihn in diesen Situationen einordnen:

  • Lockere Dauerläufe: hier spielt die Dämpfung ihre größte Stärke aus.
  • Lange, ruhige Einheiten: der Schuh schützt ordentlich, ohne komplett schwammig zu werden.
  • Regenerationsläufe: angenehm, wenn die Beine müde sind und du trotzdem sauber abrollen willst.
  • Alltag und Gehen: die komfortable Ferse und das flexible Obermaterial machen ihn alltagstauglich.
  • Moderate Progressionen: möglich, solange du keine harte Intervallarbeit planst.

Weniger Sinn ergibt er für schnelle Bahnintervalle, sehr zackige Tempowechsel oder Wettkämpfe, in denen jedes Gramm zählt. Auch auf technischen Trails würde ich ihn nicht einsetzen. Dafür fehlt ihm die spezielle Außensohle und die Geometrie eines echten Trailmodells. Wenn du also aus Trailrunning-Sicht auf der Suche nach einem Ergänzungsschuh bist, ist er eher die saubere Straßenoption zwischen zwei Geländeschuhen als ein Ersatz für einen Trailtrainer.

Ich sehe das pragmatisch: Ein Schuh darf auch mal unaufgeregt sein, wenn er genau das erledigt, was man von ihm erwartet. Die spannende Frage ist deshalb weniger, ob er alles kann, sondern wie er sich gegen den Vorgänger und gegen ähnlich gedachte Allrounder schlägt.

Wie er sich gegen Ride 18 und andere Allrounder schlägt

Modell Charakter Wofür ich es wählen würde
Ride 18 etwas direkter und agiler wenn du mehr Leichtigkeit und etwas mehr Spaß bei flotteren Läufen willst
Ride 19 weicher, ruhiger, stabiler wenn Komfort, Schutz und Alltagstauglichkeit wichtiger sind
Guide 19 mehr Support und mehr Führung wenn du ein stabiles Modell für tägliche Kilometer brauchst

Die Richtung ist klar: Der Ride 19 entfernt sich ein Stück von der früheren, etwas verspielteren Art der Serie und rückt näher an den komfortorientierten Daily Trainer. Das muss man mögen. Wer den Ride bisher als unkomplizierten, etwas lebhafteren Allrounder geschätzt hat, könnte den 19er als weniger spritzig empfinden. Wer dagegen vor allem eine rundere Dämpfung und ein stabileres Auftreten sucht, bekommt mit der neuen Version wahrscheinlich das reifere Paket.

Wenn ich das auf eine einfache Entscheidung runterbreche, lautet sie so: Ride 18 für etwas mehr Agilität, Ride 19 für mehr Komfort, Guide 19 für mehr Führung. Damit ist die Entscheidung nicht spektakulär, aber sehr brauchbar. Fehlt nur noch die Frage, ob der Preis in Deutschland gerade vernünftig ist.

Wann sich der Kauf in Deutschland wirklich lohnt

Aktuell ist der Schuh auf der deutschen Saucony-Seite häufig mit 128 € statt 160 € UVP gelistet. Das ist für einen modernen Daily Trainer mit PWRRUN+ und breiter Größenabdeckung ein ordentlicher Preis, vor allem wenn du ohnehin auf der Suche nach einem belastbaren Straßenschuh bist und nicht nur nach einem Zweitpaar für gelegentliche Läufe.

Positiv finde ich außerdem, dass das Modell vegan ist und Recycling-Material enthält. Das ist nicht der Hauptgrund für den Kauf, aber ein seriöser Zusatzpunkt, wenn du bei Laufschuhen auch auf die Materialseite achtest.

  • Kaufen würde ich ihn, wenn du einen neutralen Straßenschuh für viele ruhige Kilometer willst, breite Füße hast oder ein bequemes Modell für Alltag und Training suchst.
  • Abwarten würde ich, wenn du fast nur Intervalle läufst, einen klaren Wettkampfschuh suchst oder auf technischen Trails unterwegs bist.
  • Besonders sinnvoll ist er, wenn du deine Rotation um einen belastbaren Daily Trainer ergänzen willst und der Schuh nicht dein schnellstes, sondern dein zuverlässigstes Paar sein soll.

Unterm Strich ist der Ride 19 für mich kein lauter Trendartikel, sondern ein vernünftiger Straßenschuh mit klarer Aufgabe. Genau das macht ihn interessant: Er versucht nicht, alles zu sein, sondern im Alltag möglichst wenig falsch zu machen. Wenn du das suchst, lohnt sich ein genauer Blick; wenn du mehr Tempo oder mehr Gelände brauchst, solltest du gezielt in eine andere Richtung kaufen.

Häufig gestellte Fragen

Nein, der Ride 19 ist primär für lockere bis moderate Läufe konzipiert. Für schnelle Intervalle oder Wettkämpfe, bei denen jedes Gramm und maximale Agilität zählen, gibt es geeignetere Modelle. Er bietet Komfort statt Spritzigkeit.

Er eignet sich hervorragend für Läufer, die einen neutralen Daily Trainer für tägliche, ruhige Kilometer auf Asphalt und festen Wegen suchen. Auch für lange, entspannte Einheiten oder Regenerationsläufe ist er ideal, besonders wenn Komfort im Vordergrund steht.

Der Ride 19 bietet eine weichere und reaktionsfreudigere PWRRUN+-Zwischensohle, mehr Komfort und eine ruhigere Abrollbewegung. Er ist weniger agil als der Ride 18, dafür stabiler und komfortabler für den Alltag.

Ja, der Saucony Ride 19 ist sowohl in einer Regular- als auch in einer Wide-Version erhältlich. Dies ist besonders vorteilhaft für Läufer mit breiterem Vorfuß oder für jene, deren Füße bei längeren Läufen anschwellen.

Ja, besonders wenn er zu einem reduzierten Preis (z.B. 128 € statt 160 € UVP) angeboten wird. Er ist eine solide Wahl für einen zuverlässigen, komfortablen Straßenschuh für viele Kilometer im Alltag und Training.

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Heinrich Bertram

Heinrich Bertram

Ich bin Heinrich Bertram, ein erfahrener Content Creator mit über einem Jahrzehnt Engagement in den Bereichen Trailrunning, Bergsport und Outdoor-Abenteuer. Meine Leidenschaft für die Natur und die Herausforderungen, die sie bietet, treiben mich an, tiefgehende Analysen und spannende Inhalte zu erstellen, die sowohl Anfänger als auch erfahrene Sportler ansprechen. Durch meine umfangreiche Erfahrung habe ich ein fundiertes Wissen über die besten Techniken, Ausrüstungen und Routen im Trailrunning und Bergsport entwickelt. Ich lege großen Wert darauf, komplexe Informationen verständlich und ansprechend zu präsentieren, damit meine Leser die besten Entscheidungen für ihre Abenteuer treffen können. Mein Ziel ist es, stets aktuelle und objektive Informationen bereitzustellen, die auf sorgfältiger Recherche basieren. Ich strebe danach, eine vertrauenswürdige Quelle für alle Outdoor-Enthusiasten zu sein und sie auf ihrer Reise zu inspirieren und zu unterstützen.

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